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Meine Skizzen

27. März 2010 in Bilder und Karten

Am besten kann ich mir die Schauplätze vorstellen, wenn ich sie zeichne – also entstanden während der Planungsphase für „Nachtlilien“ stapelweise Skizzen. Als allerererstes zeichnete ich mir natürlich eine Karte von Ouenda, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wo sich was befindet. Während des Schreibens änderte sich allerdings noch einiges, ich verlegte ganze Städte, Berge, Regionen. Es hat durchaus etwas für sich, Gott spielen zu können 🙂

Die ursprüngliche, vollgekritzelte Karte kann ich euch absolut nicht mehr zumuten, deshalb hier nur die schon etwas „aufgeräumtere“, die ich als Vorlage für den Kartenzeichner Daniel Ernle angefertigt habe.

Als nächstes kam die Quellenveste dran, die Wasserburg des Clans AoWesta… einer der Hauptschauplätze und ein für Kiéran sehr wichtiger Ort. Vermutlich könnt ihr mein Gekritzel auf der Karte nicht lesen, meine Schrift ist berüchtigt… auf der rechten Seite befinden sich die Truppenquartiere der Terak Denar, auf der linken Seite das Haupthaus. In der Mitte des Burghofs erhebt sich das Quellenhaus, dort entspringt der Fluss Benár, der die ganze Provinz Benaris dominiert. Ein zwanzig Meter breiter Wassergraben umgibt die Burg, so dass es wirkt, als stände sie mitten in einem See. Besonders inspiriert hat mich Schloss Blutenburg in München, ebenfalls eine Wasserburg, allerdings viel kleiner als die Quellenveste. In Schloss Blutenburg habe ich übrigens geheiratet.

Ziemlich schwer fiel mir, Kleidungsstile für Ouenda und die Nachbarreiche zu entwerfen, für sowas habe ich überhaupt kein Talent. Immerhin, eine Uniform für die Terak Denar kam dabei heraus.

Leichter war es, Isdyr und die Cinaya zu entwickeln. Die Insel der Traumweberinnen stand von Anfang an klar vor meinem inneren Auge.

Wie ihr seht, hieß der Ort ursprünglich „Visdyr“, aber ich fand den Klang ohne das „V“ dann doch schöner. Auf dem Grundriss seht ihr das Erdgeschoss im Zentrum der Zeichnung, das erste Stockwerk mit dem Gästesaal etwas kleiner in der unteren linken Ecke.

„Am Rand der obersten Stufe stand jemand, eine feingliedrige Frau mit fast knabenhafter Figur und dunklem Haar, das ihr bis zu den Knien reichte. Gekleidet war sie in ein langes Kleid mit weiten Ärmeln; der Ausschnitt war mit einer V-förmigen, breiten Borte verziert. Mit bloßen Füßen stand sie dort und wirkte schlicht und würdevoll zugleich. Ihr schmales Gesicht war von einer Schönheit, die Jerusha den Atem raubte, und doch war es ein unheimlicher Anblick, denn ihre großen Augen waren ganz und gar weiß. Das nahm Jerusha den letzten Zweifel, dass sie es wirklich nach Isdyr geschafft hatte. Was auch immer für ein Geschöpf es war, das vor ihr stand, ein Mensch war es ganz sicher nicht.“

So stellte ich mir das Symbol vor, das bedeutet, dass an diesem Ort jemand „geträumt“ wurde:

Es wird nicht in der Art der Steinmetze in einen Felsen gemeißelt, sondern kann von den Eliscan durch eine bloße Handbewegung tief in den Stein eingebrannt werden. Eher selten findet man es auf Hauswänden oder Baumstämmen, da die Cinaya das als nicht dauerhaft genug erachten – das Symbol sollte einige tausend Jahre lang sichtbar sein. Der Halbkreis steht für die Welt der Menschen, die Schlangenlinie die (von den Cinaya beeinflussten) Wendungen des Schicksals. Dass sich beide Teilsymbole an einem Punkt überschneiden, verdeutlicht, dass die Welt der Menschen an diesem Ort von außen beeinflusst wurde.

Als ich daran ging, den Showdown zu planen, musste ich mich auch auf Rus Avantoc orientieren. Auch dafür musste eine Karte her – hier ist meine Skizze der Ruinen von Quirwen Cerak.

((Alle Skizzen Copyright Siri Lindberg, Verwendung nur für den privaten Gebrauch und unter Angabe der Quelle.))


14 Kommentare zu...
“Meine Skizzen”
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Keandra ke Tassos

Wunderschöne Skizzen! Ich kann es gar nicht mehr erwarten, das neue Buch endlich in die Finger zu bekommen 😉
Liebe Grüße und weiteren Erfolg bei Ihrer Autorenkarriere!
Ein Daresh. (und wohl bald Ouenda)Fan aus Österreich


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Clee

Das ist ja toll, dass du deine Skizzen online gestellt hast – so bekomm man nochmal einen viel besseren Überblick über die Welt aus „Nachtlilien“ – auch jetzt hab ich auch endlich das Zeichen richtig vor mir! Total klasse! Lieben Dank!

Herzliche Grüße,
Clee 🙂


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Siri

Hi Clee,
ja, ich weiß, man kann sich das Zeichen sonst schlecht vorstellen… freut mich, dass dir die Skizzen gefallen! Als nächstes stelle ich übrigens ein paar Dinge auf die Page, die mich inspiriert haben (Fotos, Musikstücke etc.), vielleicht interessiert dich das auch.
Siri L.


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Clee

Aber auf jeden Fall!
Ich fand das Buch wirklich klasse! Es gibt immer noch so ein paar Punkte, die ich mir anders gewünscht hätte (vor allem hätte ich dieses schlimme Erlebnis Jerusha gerne erspart, aber das meine ich jetzt nicht – kommt in meiner Rezension später genauer), und dennoch liebe ich „Nachtlilien“! (Ich wäre übrigens mehr als nur begeistert, wenn es einen Folgeband geben würde, denn ich will mich einfach noch nicht von Jerusha, Kiéran und all den anderen trennen! Bitte nicht!)
Ganz besonders toll fand ich zudem, dass – auch wenn sich die beiden ziemlich schnell „verliebt“ haben – ich hier auch Gründe dafür gesehen habe, die nicht allein etwas mit dem Aussehen zu tun haben. Wenn man Kiéran und sein Verhalten gegenüber Jerusha im Gegensatz zu dem Darios setzt, da kann man es wirklich nur zu gut verstehen.
Und auch die Ideen mit dem Spiegel, den vielen verschiedenen und neu erfundenen Wesen – diese ganze komplexe Welt … großartig!

Deswegen bin ich über jeden Happen, den du uns hier zuwirfst, sehr froh. 🙂

Ganz liebe Grüße,

Clee 🙂


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Siri

Ganz neue Neuigkeiten: es wird eine Fortsetzung geben! Voraussichtlich erscheint sie 2013.

Und die zusätzlichen „Happen“ stellte ich gleich online 🙂


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Clee

Oh mein Gott! JUHUUU!
Wer auch immer dafür verantwortlich zu machen ist – ICH LIEBE IHN! Danke, danke, danke!

Nach den Happen werde ich auch gleich einmal schauen gehen! 🙂


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Siri

Ich werde es Carsten Polzin, dem Programmleiter Fantasy, ausrichten 🙂


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Clee

Ein Mann, der weiß, was Frau will. 😉

Darf man denn schon ein bisschen etwas darüber erfahren, wie es weitergeht, oder ist das alles noch streng geheim?
Hach, ich bin ganz hibbelig! Leider dauert das noch so ewig bis 2013… naja, was lange wehrt, wird endlich gut. 🙂


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Siri

Ist leider noch streng geheim, aber ich kann schon mal verraten, dass Kiérans und Jerushas gegenseitiges Vertrauen noch einmal auf eine harte Probe gestellt wird. Dass der Roman erst 2013 erscheint, liegt natürlich daran, dass so ein dicker Wälzer erstmal geschrieben sein will. Ich sag nur: 550 Seiten! 🙂


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Clee

Ohje, ohje … aber solange zum Schluss alles wieder in Ordnung kommt, können die sich so oft in die Haare kriegen, wie sie wollen! 😉 (Nein gut, das war gelogen … denn das würde mein Herz nicht aushalten, wenn ich jedes mal aus Neue um die beiden bangen müsste)

Natürlich, ich meine zu wissen, wie schwer es ist, ein Plot auszuarbeiten und dem ganzen dann Leben einzuhauchen. Das ist zum einen Teil Kunst, aber auch viel Arbeit – Arbeit die Zeit brauche. Deswegen würde ich sagen: egal, wie lange es dauern wird. Die Hauptsache ist, DAS dieser Roman erscheint. 🙂


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Siri

Ja, klar, ich weiß, dass schwierige Zeiten für Jerusha und Kiéran auch sehr emotional belastend für den Leser sind. Aber stell dir mal vor, die beiden himmeln sich den ganzen Roman lang nur an, finden sich toll und liegen sich in den Armen? Das wäre total langweilig. Ein bisschen auf den Nägeln kauen und sich Sorgen machen soll man sich ja schon. Aber keine Angst, es wird wieder SEHR romantisch, das kann ich schon mal versprechen, und es passiert auch sonst reichlich, die beiden müssen ja noch den Krieg zwischen Eliscan und Menschen verhindern und es passiert auch einiges, womit sie überhaupt nicht gerechnet hätten.


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Clee

Nein, natürlich – so meinte ich das gar nicht.^^ Selbstverständlich muss da irgendetwas passieren, um Spannung aufzubauen (glaub mir, das begrüße ich sogar sehr ;)). Alles andere würde ich auch gar nicht lesen wollen. xD
Als ich schrieb: die „können sich so oft in die Haare kriegen, wie sie wollen“ und dass das „gelogen war“ – damit meinte ich, dass ich dieses ständige hin und her gar nicht leiden kann, aber ich denke eh nicht, dass das hier so ist, deswegen …

Vor allem bin ich sowieso darauf gespannt, wie die beiden den Krieg verhindern wollen. Das Ende war genial – ich hab das diesem … diesem Heini da so richtig gegönnt! xD


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Anna

Gerade eben habe ich Nachtlilien zu Ende gelesen und bin noch ganz gefangen in der Welt von Kiéran und Jerusha! =) Ein wundervolles Buch, ich bin hellauf begeistert 😀
Ich habe mir mal ein Lied von Loreena McKennitt angehört- da sind die Eliscan gleich nocheinmal lebendig geworden (in meinem Wohnzimmer). Und die Zeichnungen sind herrlich, danke fürs hochladen! Eine tolle Möglichkeit den Roman mit den Augen der Autorin zu sehen! 😉

Ich freue mich schon jetzt riesig auf die Fortsetzung!!

Liebe Grüße und nochmal ein ganz großes Lob (es ist lange her, dass ich so gute Fantasie gelesen habe)

Anna


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Siri

Liebe Anna,

freut mich total, dass dir das Buch so gut gefallen hat, und danke für den schönen Kommentar! Mir scheint, wir sind auf einer Wellenlänge…

Viele Grüße,

Siri




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Über Ouenda

Ouenda besteht aus verschiedenen Fürstentümern – zum Beispiel Benaris, Yantosi und Khelgardsland – die von starken Landesfürsten regiert werden. Es gibt viele Clans in Ouenda, an deren Spitze jeweils ein Earel – der Clanchef – steht. Wer welchem Clan angehört und wie mächtig der jeweilige Clan ist, ist im Alltag sehr wichtig.

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Aus dem Kapitel „Zuviel Stolz“

„Du willst also hier arbeiten.“ Der junge Wirt des Tanzenden Hirschen betrachtete sie abschätzend von oben bis unten und strich sich durch seine spärlichen Haare.
„Ich weiß, ich sehe nicht sehr kräftig aus, aber das täuscht“, meinte Jerusha und versuchte es mit einem Lächeln.

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